WebMCP für Marketer: Wenn der nächste Besucher ein Agent ist
WebMCP ist der entstehende Webstandard, mit dem Websites ihre Funktionen für KI-Agenten
bedienbar machen. Für das Marketing heißt das: Nach der Frage „Wird meine Marke in
KI-Antworten zitiert?" (GEO) kommt die Frage „Kann ein Agent bei mir etwas erledigen?"
(Agent-Readiness). Der Standard ist experimentell
(Origin Trial in Chrome
149 bis voraussichtlich 156); die Vorbereitung darauf ist
es nicht, denn sie besteht aus Dingen, die ohnehin gute Praxis sind.
Die Ausgangslage, nüchtern
Heute bedienen Agenten Websites, indem sie die Oberfläche interpretieren und Klicks
simulieren; das ist fehleranfällig, langsam und bricht bei Redesigns. Ob eine Buchung oder
Anfrage auf Ihrer Website per Agent gelingt, ist damit dem Zufall überlassen. WebMCP dreht
das um: Die Website deklariert ihre Funktionen als Tools mit Namen, Beschreibung und
definierten Parametern, die ein Agent direkt und zuverlässig aufrufen kann.
Getragen wird der Vorschlag von den Browser-Teams von Google und Microsoft, öffentlich
entwickelt in der
W3C Web Machine Learning Community Group. Das ist
keine Garantie, dass er sich durchsetzt; es ist aber der ernsthafteste Anlauf, den es für
dieses Problem bisher gibt.
Warum das Ihr Umsatz-Thema ist, nicht nur ein Technik-Thema
Sichtbarkeit und Bedienbarkeit sind zwei Stufen desselben Trichters. GEO beantwortet, ob
ChatGPT, Google AI Mode oder Perplexity Ihre Website finden und als Quelle nennen.
Agent-Readiness beantwortet, ob der Agent des Kunden dort dann auch buchen, anfragen oder
konfigurieren kann. Eine Website, die zitiert wird, auf der ein Agent aber scheitert,
liefert den vorbereiteten Kunden an den Wettbewerber aus, bei dem der Abschluss
funktioniert.
Dazu kommt ein Messproblem: Agent-Traffic sieht in Ihren Analytics nicht aus wie
menschlicher Traffic. Wer Conversion nur als Klickpfad misst, wird agentische Abschlüsse
und Abbrüche zunächst gar nicht sehen.
Was Sie heute schon tun sollten
Formulare in Ordnung bringen
Der deklarative WebMCP-Weg setzt
direkt auf sauberen HTML-Formularen auf. Natives HTML, echte Labels, klare
Feldbeschreibungen: Das hilft heute Menschen und Screenreadern und morgen Agenten.
Funktionen benennen können
Welche fünf Dinge sollen Besucher bei Ihnen erledigen? Diese Liste IST Ihre künftige
Tool-Liste. Wer sie nicht aufschreiben kann, hat kein WebMCP-Problem, sondern ein
Klarheitsproblem.
Semantik und Struktur pflegen
Überschriften, Entitäten, Schema.org: dieselben Grundlagen, die GEO-Sichtbarkeit tragen.
Experimentieren lassen
Der Origin Trial erlaubt Tests auf der eigenen Domain; ein Pilot an einem einzigen
Formular reicht, um Erfahrung aufzubauen. Anschauen ohne eigene Einrichtung:
Playground.
Was noch warten kann
Der produktive Vollausbau. Die API ändert sich noch zwischen Chrome-Versionen (dokumentiert
im Changelog), und verbindliche Mechanismen wie die
Nutzerbestätigung für sensible Aktionen sind in Arbeit. Wer jetzt die Grundlagen legt und
einen Piloten fährt, ist früh genug.
Die Fragen für Ihr nächstes Website-Meeting
Welche fünf Funktionen unserer Website sollte ein Agent ausführen können?
Welche davon sind heute Formulare, welche brauchen Logik?
Wer bei uns beobachtet die Standard-Entwicklung, und woran merken wir, dass es ernst wird?
Wie würden wir agentische Nutzung überhaupt messen?
Genau diese Fragen sind Stoff meiner Seminare und der Startpunkt in
Beratungsmandaten: erst die Funktionsliste und die Messbarkeit,
dann das Protokoll.
Quellen
Alle Belege sind öffentlich zugänglich und am
auf Erreichbarkeit geprüft.
Im Erstgespräch klären wir, welche Aufgaben Nutzer bei Ihnen erledigen, welche davon sich als Werkzeug lohnen und wie Sie agentische Nutzung überhaupt messen. Beratungsmandate laufen über die saastec GmbH.